Handwäsche - eine Anleitung und warum es Sinn macht

14.01.2019 10:39


Die Vorteile von Hand zu waschen

Während es früher gewöhnlich war, die Wäsche zunächst einen Tag lang einzuweichen, diese dann in großen Kesseln zu kochen und anschließend mit Hilfe von Waschbrettern zu bearbeiten, verzichten in der heutigen Zeit immer mehr Menschen darauf, ihre Wäsche von Hand zu waschen.

Die Hauptgründe dafür sind wohl einerseits der Mangel an Zeit und andererseits die Tatsache, dass jeder mittlerweile eine Waschmaschine besitzt. Indem man lediglich die Wäsche in die Wäschetrommel legt und die saubere Kleidung nach einer gewissen Dauer wieder entnimmt, wird einem enorm viel Arbeit abgenommen. Der Zeitaufwand, welcher durch das Waschen per Hand entsteht, ist für viele Verbraucher abschreckend, sodass auf diese Möglichkeit gänzlich verzichtet wird.

Allerdings kann die Handwäsche durchaus Vorteile mit sich bringen, sodass man zumindest in Einzelfällen auf diese Methode zurückgreifen sollte.

Zum Einen eignet sich das Wäschewaschen per Hand insbesondere bei sehr empfindlicher Kleidung.

Dies kann einerseits aus dem jeweiligen Stoff resultieren, zum Beispiel Seide, Wolle, Mohair und Satin, oder andererseits aus der Art der Verarbeitung der Kleidung, zum Beispiel die Verzierung mit Steinchen oder die Bestickung mit Perlen. Zudem sollten auch stark abfärbende Kleidungsstücke per Hand gewaschen werden, da es sich aus Zeit-, Strom-, Wasser- und Geldgründen nicht lohnen würde, für ein einziges Kleidungsstück die Waschmaschine in Betrieb zu nehmen.

Das reibungslose Waschen dieser Art von Kleidung kann in Waschmaschinen, selbst bei Einstellung eines Schongangs, nicht gänzlich garantiert werden.

Zum Anderen zeichnet sich die Handwäsche dadurch aus, besonders schonend zu den Kleidern zu sein. Insofern wird die Lebensdauer der Klamotten deutlich erhöht und man spart somit auf lange Sicht Geld.

Das Handwäschezeichen

Wir kennen alle die an die Kleidung angebrachten Schilder, welche sich in der Innenseite befinden.

Das Zeichen für die Handwäsche kennzeichnet sich durch eine Schale mit Wasser, in welche eine Hand gestreckt wird. Die jeweilige Zahl steht für die höchste Temperatur, bei welcher das Kleidungsstück gewaschen werden darf.

Kleidung, welche über ein derartiges Symbol verfügt, sollte ausschließlich per Hand gewaschen werden. Dies spiegelt sich auch in der Temperatur des Wassers wieder. Diese sollte bei derartiger Kleidung maximal lauwarm sein. Gegebenenfalls genügt sogar kaltes Wasser.

Sollte sich dieses Zeichen nicht an dem jeweiligen Kleidungsstück befinden, bleibt es Ihnen natürlich dennoch unbenommen die Kleidung per Hand zu waschen.

Sollte das Symbol durchgestrichen sein, sollten Kleidungsstücke ausnahmsweise ausschließlich chemisch gereinigt werden. In diesem Falle sollten Sie ebenfalls auf die Handwäsche verzichten, da der Stoff bereits durch die Berührung mit Wasser Schaden nehmen kann.

Eine Schritt-für-Schritt Anleitung

  • Für den ersten Schritt verhalten Sie sich genauso wie vor der Wäsche in der Waschmaschine. Zunächst muss die Kleidung nach Material und nach Farbe getrennt werden.
  • Abhängig von dem Grad der Verschmutzung können Sie die Wäsche auch auf links drehen.
  • Achten Sie darauf, dass die Taschen der Kleidungsstücke vor dem Waschgang geleert sind.
  • Lesen Sie zudem das an der Innenseite angebrachte Pflegeetikett. Wie bereits oben erwähnt, sind einige Kleidungsstücke ausschließlich für die Handwäsche geeignet.
  • Entscheiden Sie sich nun für einen Behälter, in welchem Sie die Wäsche waschen wollen. Für nur wenig Kleidung genügt das Waschbecken. Sollte dies vom Volumen her nicht genügen, können Sie auf einen größeren Eimer oder die Badewanne umsteigen. Ein Eimer bietet Ihnen auch auf Reisen eine gute Variante.
  • Achten Sie auf die Temperatur des Wassers. Unempfindliche Stoffe, wie zum Beispiel Baumwolle, können heiß gewaschen werden. Die Grenze liegt natürlich bei der Empfindlichkeit Ihrer Hände. Zudem können Sie auch günstig Gummihandschuhe erwerben, welche Ihre Haut schützt.

Empfindliche Stoffe, wie zum Beispiel Seide und Wolle sollten lediglich bei lauwarmem Wasser gewaschen werden.

Eine Hilfestellung kann auch hier die Angabe auf dem Plegeetikett bieten.

  • Wählen Sie das richtige Waschmittel. Die Wahl ist abhängig von dem Stoff der Kleidung. Für Klamotten aus Seide und Wolle ist spezielles Waschmittel auf dem Markt vorhanden. Derartige Produkte kennzeichnen sich dadurch aus, dass sie über einen sehr neutralen pH-Wert verfügen, sodass die Wäsche besonders schonend bearbeitet wird.

Ansonsten gilt selbiges wie bei der Wäsche in der Waschmaschine. Sie können also wählen zwischen Colorwaschmittel und Weißwaschmittel.

Die Dosierung ist auf dem jeweiligen Produkt angegeben.

Bevor Sie die Kleidung in den Behälter hinzu geben, sollte sich das Waschmittel völlig aufgelöst haben. Am besten eignet sich daher flüssiges Waschmittel.

  • Legen Sie nun die zu waschende Kleidung nacheinander in den Behälter. Sollte es sich um stark verschmutzte Wäsche handeln, können Sie diese auch zunächst eine halbe Stunde einweichen. Je empfindlicher das Kleidungsstück ist, desto kürzer sollte jedoch die Einwirkzeit sein.
  • Die Handwäsche selbst kann durch vielerlei Handgriffe bewerkstelligt werden. Das Ziel ist es natürlich den Schmutz effektiv entfernen zu können. Dafür ist gegebenenfalls Reiben nötig, aber auch Rühren und Quetschen, können effektive Methoden darstellen.

Bei flüssigen Waschmitteln, welche speziell für das Waschen auf Reisen hergestellt wurden, befindet sich am Produkt eine integrierte Bürste. Diese ermöglicht vor allem das punktuelle Entfernen von Flecken.

Achten Sie jedoch auch hier auf die, bereits oben genannten, empfindlichen Stoffe. So kann übermäßiges Reiben bei einem Kleidungsstück aus Wolle dazu führen, dass diese verfilzt und kaputt geht. Diese Gefahr wird bei der Handwäsche häufig unterschätzt. Daher sollten Sie zunächst auf übermäßiges Schrubben und Reiben verzichten und abwarten, ob sich der Schmutz dennoch löst. In der Regel genügen bereits leichte Bewegungen von zwei bis drei Minuten, bis der Schmutz entfernt wird.

  • Nach dem Waschen können Sie die Wäsche dem Behälter entnehmen. Achten Sie darauf, dass die Wäsche nicht zu lang in dem Behälter bleibt, da auch hier die Gefahr besteht, dass die Kleidung einläuft. Den Behälter entleeren Sie.
  • Daraufhin können Sie die Kleidung mit klarem Wasser abspülen, sodass jegliche Rückstände des Waschmittels entfernt werden. Stellen Sie dazu einen anderen Behälter bereit.
  • Daraufhin können Sie, wie gewohnt, die Wäsche trocknen. Verzichten Sie möglichst auf übermäßiges Auswringen der Kleidung. Bei empfindlichen Kleidungsstücken eignet sich das Trocknen auf einem Handtuch, damit die Wäsche nicht an Form verliert. Nach einiger Zeit sollte das Kleidungsstück umgedreht werden.

Alternativen zur Handwäsche

Da die Handwäsche doch mehr Zeit in Anspruch nimmt als viele in ihrem Alltag haben, stellt sich berechtigterweise die Frage, welche Alternativen es zur Handwäsche gibt.

Viele wissen, dass Waschmaschinen ebenfalls über spezielle Handwäscheprogramme verfügen. Letztlich handelt es sich dabei um einen schonenden Waschgang.

Bei älteren Waschmaschinenmodellen, welche über keine automatische Einstellung der Programme verfügen, kann man manuell durch Minimierung der Schleuderzahl, der Waschdauer und der Temperatur, eine Handwäsche imitieren.

Ob diese Variante eine tatsächliche Alternative zu der Wäsche per Hand darstellt, kann nicht genau beantwortet werden. Insbesondere besteht jedoch bei empfindlichen Kleidungsstücken die Gefahr, dass diese selbst einem schonenden Waschgang nicht standhalten. Insofern ist es Ihnen überlassen, ob Sie dieses Restrisiko eingehen wollen, oder die, meist nur wenigen Kleidungsstücke, von Hand waschen.


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